Kalihalde Albert

Die Geschichte

Wie alles anfing: der Schacht Albert

Der Kalibergbau begann in Niedersachsen vor gut 100 Jahren und leistete einen maßgeblichen Beitrag zur Versorgung der von Gesellschaft und Wirtschaft benötigten Kaliprodukten. Seit dem Beginn des Kalibergbaus war es notwendig, die beim Bau der untertägigen Grubengebäude und bei der Aufbereitung des Rohproduktes anfallenden und nicht anderweitig zu verwertenden Rückstände über Tage abzulagern. So entstanden Halden. Die Genehmigung zum Ablagern der Rückstände erfolgte auf Basis der Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt des Beginns der Ablagerung.

Die Halde in Ronnenberg war lange unter dem Namen „Kalihalde Albert“ bekannt, weil sie dem Bergwerk Schacht Albert diente. Der Betrieb musste nach der ungeplanten Flutung des Bergwerkes im Jahre 1975 eingestellt werden.

Ab 1995 war beabsichtigt, die Halde nahezu vollständig abzutragen und das Material zur Versetzung von Hohlräumen auf der Schachtanlage Asse zu verwerten. Zwischen 1995 und 2003 wurden etwa 2,15 Millionen Tonnen Material der Rückstandshalde in die Schachtanlage Asse verbracht. Leider wurden die Bedingungen geändert, so dass das Projekt vorzeitig beendet werden musste.

Die Zukunft der Rückstandshalden in Niedersachsen

In Niedersachsen werden derzeit an sieben Standorten Kalihalden abgedeckt oder entsprechende Projekte sind in Planung. Es gibt aktuell keine Möglichkeit, Kalihalden abzutragen und das Material zum Beispiel zur Verfüllung von Schächten zu nutzen. Aus Umweltgesichtspunkten hat es auch keinen Sinn, Material auf eine andere Halde umzulagern.

Die ehemaligen Bergwerksbetreiber planen nun, die niedersächsischen Rückstandshalden abzudecken und anschließend zu rekultivieren. Die Aufgabe, die Halde Albert in Ronnenberg fachgerecht abzudecken und zu rekultivieren, hat die Firma Menke Umwelt Service Ronnenberg GmbH & Co KG übernommen. Damit soll das nachhaltige Ziel erreicht werden, dass salzhaltige Wässer in nur einem sehr geringem Umfang neu gebildet werden. Diese umweltverträgliche Lösung erfolgt aus Gründen des Gewässer- und Grundwasserschutzes. Außerdem würden die abgedeckten und begrünten Halden auch neue Biotope schaffen, die biologische Vielfalt positiv beeinflussen das Landschaftsbild aufwerten. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) wird den Antrag dazu unvoreingenommen prüfen.

Das Projekt zur Abdeckung und Renaturierung der Kalihalde in Empelde von 1977 bis 2020 dient als positives Beispiel für das Vorgehen. Dabei muss man aber berücksichtigen, dass die Projektarbeit in Empelde wesentlich länger war als jetzt in Ronnenberg geplant, da das Volumen der Halde in Empelde rund dreimal so groß ist.

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