Fragen und Antworten zum Projekt

Sie haben Fragen zum Projekt „Abdeckung und Rekultivierung der Kalihalde Albert in Ronnenberg“?

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Zunächst: Entgegen vielfacher Verlautbarung ist keine Bauschutt-Deponie in Ronnenberg geplant. Bei der Baumaßnahme handelt es sich um die Abdeckung und Rekultivierung einer Kalihalde. Für die Trägerschicht wird nur mineralisches unbedenkliches Recycling-Material eingesetzt. Darüber wird Mutterboden aufgebracht. Ziel ist, eine Verbesserung der Umweltsituation vor Ort zu erreichen. Die Maßnahme wird als Wiedernutzbarmachung im Sinne des § 4 Abs. 4 Bundesberggesetz (BbergG) und § 1 Abs. 5 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) bewertet.

Wir haben vom Eigentümer der Kalihalde in Empelde erfahren, dass die bisherigen Abdeckmaßnahmen zu deutlichen Verminderungen der Salzlauge geführt haben. Da die Überdeckung der Halde gerade erst vollständig geschlossen wurde, geht der Betreiber davon aus, dass sich die Salzfrachten weiter deutlich reduzieren.

Die Begrünung der Halde in Empelde lässt sich übrigens in wichtigen Punkten nicht mit der geplanten Renaturierung der Halde Albert vergleichen. Da wir es mit völlig unterschiedlichen Haldenköpern – in Empelde ein spitzer Berg, in Ronnenberg ein Haldenstumpf mit großflächigem Plateau – zu tun haben, wird auch der technische Aufbau bei der Abdeckung in Teilen anders sein. Aufgrund unserer Planungen ist mit deutlich weniger Sickerwasser zu rechnen als dies bei einem Aufbau wie in Empelde der Fall ist. Wir erwarten langfristig eine Reduzierung der salzbelasteten Sickerwässer um bis zu 90 Prozent – genaue Aussagen werden jedoch erst die Gutachter in den nächsten Monaten erarbeiten.

Die gesamte Projektlaufzeit beträgt 10 bis 15 Jahre. Die genaue Zeit hängt aber von den Vorgaben ab, die im Planfeststellungverfahren gemacht werden. Selbst im ungünstigsten Fall, würde im Bereich der Wohnbebauung nach unserer aktuellen Schätzung maximal 1,5 bis 3 Jahre Material aufgebracht und verbaut werden.

Die nächsten Arbeiten auf dem Gelände der Kalihalde sind Bohrungen, die für Grundwasseruntersuchungen erforderlich sind. Diese Untersuchungen sind vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) gefordert. Wann gebohrt wird, können wir noch nicht sagen, da wir die Arbeiten gerade ausgeschrieben haben und die Verfügbarkeit eines Bohrteams noch nicht abschätzen können. Wenn wir den Termin kennen, werden wir die Arbeiten und den Termin wie angekündigt auf unserer Website veröffentlichen.

Für die Grundwasseruntersuchungen sind voraussichtlich acht Bohrungen mit einer Tiefe von 15 bis 20 Metern erforderlich. Es handelt sich um ein sogenanntes „Direct Push“-Verfahren, bei dem ein Rohr mit 30 bis 35 mm Durchmesser in die Erde gedrückt und dann in unterschiedlichen Zielhorizonten gedreht wird. Wie mit einem Schälmesser werden dabei Bodenproben genommen.

Ziel der Untersuchung ist herauszufinden, wo das Grundwasser ansteht, wie salzig das Grundwasser ist und woher das Salz kommt (aufsteigendes Salz oder ausgewaschenes Haldensalz).

Zur Zeit beträgt die Höhe im nördlichen Teil, nahe der Wohnbebauung etwa fünf Meter. Hier soll die begrünte Halde eine Höhe von sieben bis zehn Metern bekommen. Gegebenenfalls ist es aber auch möglich, die Kalihalde an dieser Stelle zu modellieren und so einen Höhenzuwachs zu verhindern. Im Zentrum und im südlichen Teil liegt die Höhe aktuell bei 17 Metern. Die größte Höhe liegt nach den derzeitigen Planungen in einem Bereich von 35 bis 40 Metern.

Eine konkrete Modellierung, wie die renaturierte Halde aussehen wird, gibt es noch nicht. Auch haben wir bewusst bei den Angaben zur größten Höhe eine Spanne angegeben und betont, dass dies den derzeitigen Überlegungen entspricht.

Die Höhe der Halde wird maßgeblich von Gutachtern vorgegeben. Drei Aspekte werden dabei besonders berücksichtigt: die Standsicherheit der Halde, die Verhinderung von Durchbrüchen von Hohlräumen im Haldenkörper bis an die Oberfläche und dass kein Salz(wasser) in die Vegetationsschicht aufsteigen kann. Außerdem spielt auch die vorgesehene Drainage- und Abdichtungsschicht, die ein Eindringen von Sickerwasser in den Haldenkörper verhindern soll, eine Rolle. Andererseits soll die vermehrte Beschattung von bebauten Grundstücken in der Nachbarschaft vermieden werden.

Wie die abgedeckte und begrünte Halde gestaltet wird, werden unter anderem die Gespräche mit den Anwohnern, den Ronnenberger Bürgern und auch gesellschaftlichen Gruppen aus Ronnenberg ergeben. Wir sind in dieser Frage erstens noch sehr weit am Anfang und möchten zweitens auf Wünsche der Bevölkerung und auch der Naturschutzverbände eingehen.

Wir haben bewusst um Gespräche und den vertrauensvollen Gedankenaustausch gebeten, um bei den Planungen die Wünsche vor Ort berücksichtigen zu können. Diese Gespräche werden sehr wahrscheinlich zu Lösungen führen, die wir heute noch nicht in unseren Planungen vorgesehen haben – daher können wir jetzt noch keine konkreten Modellzeichnungen zeigen.

Unabhängig von unseren Planungen: Die endgültige Festlegung werden die zuständigen Behörden im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens treffen.

Eine Nutzung des Berges zum Beispiel für die Freizeitgestaltung, Umwelt- oder Lern-Projekte ist grundsätzlich denkbar – denn eine sichere Oberfläche herzustellen, ist eines der Ziele des Projekts. Ob nach Abschluss der Arbeiten die renaturierte Halde Albert öffentlich freigegeben wird und wie sie konkret aussehen wird, ist Bestandteil unserer Gespräche mit den Anwohnern und den gesellschaftlichen Gruppen in Ronnenberg. Wir haben schon unterschiedliche Wünsche gehört, die in den nächsten Wochen und Monaten zu diskutieren sind.

Nein, es wird zu keinen Belastungen durch den Lkw-Verkehr in den Wohngebieten kommen. Die Anlieferung des Baumaterials erfolgt von der dem Wohngebiet abgewandten Seite. Die Lkw liefern das Material von der vierspurig ausgebauten B217 kommend an. Dafür werden weitgehend Durchfahrten genutzt, die bereits als Straßen und Wege vorhanden sind.

Die Verkehrszählung (2015) auf der B217 ergab im Bereich Ronnenberg folgende Zahlen: täglich rund 20.700 Fahrzeuge; davon 600 mit einem Gewicht von mehr als 3,5 t. Bei der Anlieferung ist von 30 Lkw täglich auszugehen – der Verkehr auf der B217 erhöht sich also nicht merklich.

Die Zufahrt zum Haldengelände planen wir derzeit über eine noch zu errichtende Abfahrt von der B217. Diese wird – nach aktuellen Planungen – direkt auf den Weetzer Kirchweg führen und dann von Süden noch vor Ronnenberg Richtung Kalihalde abzweigen. Die konkrete Lage der Zufahrtswege hängt zum Teil von den im kommenden Planfeststellungsverfahren definierten Bauphasen und der dort festgelegten Ausgestaltung der Renaturierung der Halde Albert ab – daher können wir noch keine endgültigen Lösungen präsentieren. Jedoch sind weder Wohngebiete in Ronnenberg noch in Weetzen nach unseren Planungen betroffen.

Gesundheitsbelastungen für die Anwohner werden aufgrund der gesetzlichen Vorgaben ausgeschlossen. Außerdem gehen von dem mineralischen unbedenklichen Recycling-Material  und Mutterboden  keine Gesundheitsgefahren für die Anwohner aus.

Anders als beim Abtragen des Salzgesteins wird beim Abdecken der Halde kein Material aufgebrochen. Die gesetzlichen Vorgaben zu Dreck- und Staubbelastungen außerhalb des Betriebsgeländes werden selbstverständlich eingehalten. Es wird keine „Staubwolken“ in den angrenzenden Wohngebieten geben. Daür sorgen auch die Maßnahmen wie Befeuchten des Materials, die wir bei Bedarf ergreifen werden. Es wird ein regelmäßiges Staubmonitoring durchgeführt und die Staubbelastung gemessen.

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