Daten & Fakten

Renaturierung der Halde Albert (Ronnenberg)

Das Problem

Aus der Rückstandshalde des ehemaligen Kali-Bergwerks in Ronnenberg sickern ständig große Mengen an stark salzhaltigem Wasser. Es entsteht im Wesentlichen durch Regen­wasser, das in die Halde eindringt und Salz auswäscht. Nach aktuellen Schätzungen sind es ungefähr 140 m3 pro Tag (das entspricht einer Salzfracht von einer Lkw-Ladung täglich). Dies trägt dazu bei, dass der Fluss „Fösse“, der in Hannover in die Leine mündet, seit Jahren biologisch tot ist. Eine Gefährdung des Grundwassers durch das Sickerwasser kann nicht ausgeschlossen werden.

Durch das Auswaschen von Salz entstehen innerhalb des Haldenkörpers Hohlräume, die zu unkontrollierten Einbrüchen und Abrutschungen führen können.

Gegenüber anderen Kalihalden in Niedersachsen gibt es eine Besonderheit in Ronnenberg: In den 1990er Jahren wurde der obere Teil der Halde abgetragen – hiermit wurden Hohl­räume im Bergwerk Asse teilweise verfüllt. Dadurch ist die Halde nicht kegelförmig, sondern es ist ein nach Nord-Osten (Richtung Ronnenberg) hin abfallendes Plateau entstanden. Hier­durch wird das Eindringen von Regenwasser wesentlich begünstigt.

Das Projekt

Die Abdeckung und Renaturierung der Halde Albert ist ein Natur- und Umweltschutz-Projekt – aus Gründen des Gewässer- und Grundwasserschutzes soll nachhaltig das Ziel erreicht werden, dass salzhaltige Wässer in nur einem sehr geringen Umfang neu gebildet werden. Außerdem entstehen auf der abgedeckten und begrünten Halde auch neue Biotope, die die biologische Vielfalt positiv beeinflussen und das Landschaftsbild aufwerten. Das Bauwerk soll außerdem dazu führen, dass beim Betreten der Halde langfristig keine Gefahr mehr besteht.

Das Land Niedersachsen (federführend sind das Wirtschaftsministerium und das Umweltministerium) befürwortet die Abdeckung und Renaturierung von Kalihalden aus Gründen des Gewässer- und Grundwasserschutzes als umweltverträgliche Lösung (siehe auch: Niedersächsischer Abfallwirtschaftsplan 2018).

Blick zur renaturierten Kalihalde in Ronnenberg-Empelde.

Die Abdeckung und Renaturierung der Kalihalde Hansa in Empelde von 1977 bis 2020 durch die Firma Nickel GmbH (heute: E.u.B GmbH) dient als positives Beispiel. Auch in Ronnen­berg wird die Renaturierung der Rückstandshalde als ein positives Leuchtturm-Projekt bewertet. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Projektdauer in Empelde wesentlich länger war als diese in Ronnenberg geplant ist, da das Volumen in Empelde rund dreimal so groß ist.

Projektdaten – Planungen

Planungen*/** – Stand 1. Oktober 2019
Mit Änderungen im Rahmen des Bürgerdialogs, den Gesprächen mit der Stadt Ronnenberg und des Planfeststellungsverfahrens ist zu rechnen.

Status Quo

Höhe der Kalihalde 5 bis 17 m (ansteigend von Nord-Ost nach Süd)
Betriebsgelände ca. 130.000 m2
Grundfläche der Kalihalde ca. 100.000 m2
Plateau-Fläche ca. 430 m x 300 m
Volumen der Kalihalde ca. 1,2 Mio. m3
Grundeigentümer Horizon Immobilien GmbH
zuständige Behörden
  Bergrecht Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG)
  Wasserrecht Niedersächsisches Umweltministerium

Renaturierung

Übersicht Zuordnungswert (Obergrenze der Einbauklassen)Das aufzubringende Z0- bis Z2-Material soll allein standsicherheits- und wasserführende Funktionen erfüllen. Erfahrungsgemäß entstammen diese geplanten Materialklassen aus Baugruben für Neubauten, Rückbau von Wohn- und Geschäftshäusern und Rückbau von Brücken oder Betonfahrbahnen. Eine Deponie mit dem Ziel der Entsorgung von mineralischen Abfällen ist ausdrücklich nicht geplant.

Die zulässigen Staub- und Lärm-Immissionen im Bereich der Wohnhäuser richten sich nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz. Erhebliche Belästigungen sind hiernach nicht erlaubt – die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben wird während der gesamten Bauphase überwacht.

Auftragnehmer für die Renaturierung Menke Umwelt Service Ronnenberg GmbH & Co. KG
Genehmigungsbehörde LBEG
Einreichung Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren 1. Quartal 2020
Projektlaufzeit** 10 bis 15 Jahre
davon Materialauftrag im nördl. Teil
(Nähe Wohnbebauung)
1,5 bis 3 Jahre
eingesetztes Material* recycelter Bauschutt und Bodenaushub (ca. 1/3 zu 2/3) der Klassen Z0 bis Z2 – kein Deponie-Material;
Mutterboden
erforderliche Materialmenge* ca. 1,0 Mio. m3
Höhe renaturiert*
im nördlichen Teil
(Nähe Wohnbebauung)
7 bis 10 m
im südlichen Teil 35 bis 40 m
eingesetzte Maschinen Bagger, Radlader und Raupen zum Verteilen des durch  Lkw angelieferten Materials
(keine Kompaktoren)
maximal erwartete Lkw-Anfahrten** 20 bis 30 pro Tag – keine Ortsdurchfahren
(Zufahrt ist über B217 und Weetzer Kirchweg geplant.)

*  Die Art des eingesetzten Recyclingmaterials und die Materialmenge (und daraus abgeleitet auch die Höhe und Modellierung des Bergs) ergeben sich aus den technischen Erfordernissen für das Bauwerk. Maßgeblich hierfür sind ein für das Planfeststellungsverfahren zu erstellendes Standsicherheitsgutachten sowie physikalische Gesetze zur Unterbrechung der Kapillarwirkung. Es ist davon auszugehen, dass für die langfristige Sicherheit etwa die gleiche Höhe Material aufgebracht werden muss, wie die Höhe des Haldenmaterials beträgt.

** Die Projektlaufzeit, Anzahl der täglichen Anlieferungen und Vereinbarungen zur Betriebszeit sowie die erforderliche Materialmenge beeinflussen sich gegenseitig.


Download

Die vorstehenden Daten und Fakten zur Renaturierung der Halde Albert haben wir für Sie in einem Fact Sheet zusammengefasst und stellen es Ihnen hier als PDF-Datei zum Download zur Verfügung:

FAQ
Häufig gestellte Fragen

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